Mund


Mund

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Mund [mʊnt], der; -[e]s, Münder ['mʏndɐ]:
durch die beiden Kiefer gebildete und durch die Lippen verschließbare Öffnung im unteren Teil des Gesichts:
ein breiter, voller, sinnlicher, schiefer, lächelnder Mund; er küsste sie auf den Mund; das Kind steckt den Daumen in den Mund; er hatte einen Bonbon im Mund.
Syn.: Klappe (salopp), Maul (derb), Schnabel (ugs.), Schnauze (derb).

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Mụnd 〈m. 2u; selten m. 1u
1. Eingangsöffnung des Verdauungskanals (mit Einrichtungen zur Aufnahme u. Zerkleinerung der Nahrung)
2. 〈allg.〉 Öffnung
● der \Mund einer Glocke, eines Schachtes ● aufmachen: er macht, tut den \Mund nicht auf 〈umg.〉 er spricht kein Wort; \Mund und Nase aufreißen, aufsperren 〈fig.; umg.〉 sehr staunen; den \Mund halten 〈fig.〉 schweigen, still sein; halt (endlich) den \Mund!; den \Mund (zum Küssen, zum Kuss, zum Pfeifen) spitzen; stillstehen: der \Mund steht ihm nie still er redet sehr viel; jmdm. den \Mund stopfen 〈fig.〉 jmdn. zum Schweigen bringen; viele Münder zu stopfen haben 〈umg.〉 eine große Familie zu ernähren haben; ich lasse mir von dir nicht den \Mund verbieten 〈fig.〉 nicht das Sprechen verbieten; sich den \Mund verbrennen 〈fig.; umg.〉 unbedacht etwas äußern u. sich dadurch schaden; hast du deinen \Mund verloren, 〈od.〉 zu Hause gelassen? 〈umg.〉 warum antwortest, sprichst du nicht?; den \Mund (zum Lächeln, zum Weinen, spöttisch) verziehen ● sich den \Mund fusselig reden 〈fig.; umg.〉 vergeblich reden; großer, kleiner, roter, sinnlicher, voller \Mund; einen großen \Mund haben 〈fig.〉 vorlaut sein, prahlen; einen losen \Mund haben etwas vorlaut sein, gern andere necken; seinen \Mund halten ein Geheimnis bewahren, nichts verraten; den \Mund (reichlich) voll nehmen 〈fig.〉 prahlen, übertreiben; \Mund voll = Mundvoll; jmdm. den \Mund wässerig machen 〈fig.; umg.〉 jmdm. eine Sache schmackhaft machen, sie ihm so schildern, dass er sie gern haben möchtean jmds. \Munde hängen 〈fig.〉 ihm gespannt, sehr aufmerksam zuhören; das Glas, die Tasse an den \Mund setzen zum Trinken ansetzen; er ist nicht auf den \Mund gefallen 〈fig.; umg.〉 er ist schlagfertig; den Finger auf den \Mund legen (um andere zum Stillsein aufzufordern); jmdm. das Wort aus dem \Munde nehmen 〈fig.〉 vorwegnehmen, (dasselbe sagen) was jmd. gerade sagen wollte; aus dem \Mund riechen einen unangenehmen Mundgeruch haben; „...!“ riefen sie wie aus einem \Munde zur gleichen Zeit; ständig eine Redensart, schöne Sprüche im \Munde führen ständig benutzen, wiederholen; jmdm. das Wort im \Mund herumdrehen seine Aussage absichtlich falsch deuten; einer Roman-, Dramengestalt bestimmte Worte in den \Mund legen sie bestimmte W. sprechen lassen; er hat mir die Antwort (förmlich) in den \Mund gelegt 〈fig.〉 er hat mir durch die Art seiner Frage zu verstehen gegeben, was ich antworten soll; diesen Ausdruck nimmt man nicht in den \Mund diesen A. benutzt, sagt man nicht (weil er hässlich, ordinär ist); das Wasser läuft mir im \Mund zusammen, wenn ich daran denke 〈fig.; umg.〉 ich habe großen Appetit darauf; das Ereignis ist bereits in aller \Munde wird bereits allgemein besprochen, ist bereits bekannt; immer mit dem \Mund vornweg sein 〈fig.〉 vorlaut sein; mit offenem \Mund dastehen 〈fig.〉 töricht staunend; mit vollem \Mund spricht man nicht; jmdm. nach dem \Munde reden so reden, wie es jmd. gern hören möchte; jmdm. über den \Mund fahren 〈fig.〉 jmdn. unhöflich, vorlaut od. zurechtweisend unterbrechen; einen bösen, scharfen Zug um den \Mund haben; jmdm. Honig um den \Mund schmieren 〈fig.〉 ihn schmeichlerisch loben; er hat es sich vom \Munde abgespart unter Opfern; die Nachricht ging, lief von \Mund zu \Mund wurde weitergesagt, mündlich verbreitet; (sich) kein Blatt vor den \Mund nehmen 〈fig.〉 freiheraus reden, sagen, was man denkt [<ahd. mund, munt, engl. mouth, got. munþs <germ. *munþa-; vielleicht zu idg. *menth- „kauen, Gebiss, Mund“ od. zu lat. mentum “Kinn“ od. zu kymrisch mant “Kinnlade“] Siehe auch Info-Eintrag: Mund - info!

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1Mụnd , der; -[e]s, Münder, selten auch: -e, Münde [mhd. munt, ahd. mund]:
1.
a) durch Unter- u. Oberkiefer gebildete, durch die Lippen verschließbare Öffnung im unteren Teil des menschlichen Gesichts, die zur Nahrungsaufnahme u. zur Hervorbringung sprachlicher Laute dient:
ein großer, voller, sinnlicher, zahnloser, roter, lächelnder M.;
ein bitterer M.;
vor Staunen blieb ihr der M. offen stehen;
sein M. ist für immer verstummt (geh. veraltend; er ist gestorben);
den M. öffnen, [zu einer Grimasse, vor Schmerz] verziehen, aufreißen;
stopf dir doch den M. nicht so voll! (ugs.; iss nicht so gierig!);
sie küsste seinen M.;
er küsste sie auf den M.;
aus dem M. riechen (einen üblen Mundgeruch haben);
mit offenem M. (erstaunt) zuhören;
einige M. voll Kartoffelbrei essen;
sie hat einen herben Zug um den M.;
das höre ich aus deinem M. (von dir) zum ersten Mal;
der Verunglückte wurde von M. zu M. beatmet;
der Kranke hatte Schaum vor dem M.;
Ü sie hat vier hungrige Münder zu stopfen (ugs.; vier Kinder zu versorgen);
jmds. M. steht nicht still (ugs.; jmd. hat unaufhörlich etw. zu erzählen);
den M. nicht aufbekommen/aufkriegen (ugs.; nicht reden, sich zu etw. nicht äußern können);
den M. [zu] voll nehmen (ugs.; großsprecherisch sein);
den M. [nicht] aufmachen/auftun (ugs.; sich zu etw. [nicht] äußern; etwas/nichts sagen);
M. und Augen/Nase aufreißen/aufsperren (ugs.; fassungslos erstaunt sein);
einen großen M. haben (ugs.; ein Prahler u. vorlaut sein);
den M. halten (ugs.: 1. schweigen [u. dabei etw. unterdrücken, was man sagen wollte]. 2. ein Geheimnis nicht verraten);
seinen M. halten (ugs.; nichts von einer Sache verraten);
sich <Dativ> den M. fransig/fusselig reden (ugs.; lange [vergeblich] auf jmdn. einreden);
jmdm. [mit etw.] den M. stopfen (ugs.; jmdn. durch etw. zum Schweigen bringen);
jmdm. den M. verbieten (jmdm. untersagen, seine Meinung zu äußern);
sich <Dativ> den M. verbrennen (ugs.; sich durch unbedachtes Reden schaden);
jmdm. den M. wässrig machen (ugs.; durch enthusiastische Schilderungen jmds. Verlangen nach etw. erregen);
nicht auf den M. gefallen sein (ugs.; schlagfertig sein);
aus berufenem -e (aus sicherer Quelle, von kompetenter Seite);
etw., jmdn. dauernd im M. führen (etw., jmds. Namen ständig im Gespräch erwähnen, als Wort gebrauchen);
in aller -e sein (sehr bekannt, populär sein);
jmdm. etw. in den M. legen (1. jmdn. bestimmte Worte sagen lassen. 2. jmdn. auf eine bestimmte Antwort hinlenken. 3. jmdm. etw. zuschreiben, was er nicht gesagt hat);
jmdm. nach dem/zum -e reden (jmdm. immer zustimmen, das sagen, was der andere gern hören will);
jmdm. über den M. fahren (ugs.; jmdm. das Wort abschneiden, jmdm. scharf antworten);
von M. zu M. gehen (durch Weitererzählen verbreitet werden);
sich <Dativ> etw. vom/(selten:) am Mund[e] absparen (sich etw. unter Opfern, durch persönliche Einschränkung ersparen);
b) (Zool.) Mundöffnung.
2. (Bergmannsspr.) Kurzf. von Mundloch.
2Mụnd , Munt, die; - [mhd., ahd. munt = (Rechts)schutz, Schirm]:
im germanischen Recht Gewalt des Hausherrn über die in der Hausgemeinschaft lebenden, von ihm zu schützenden Personen.

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I
Mund,
 
Nicht nur durch seine wesentliche Beteiligung am Vorgang des Sprechens steht der menschliche Mund an hervorragender Stelle im Dienst sozialer Kommunikation und Information. Als »Geschmacksgruß« z. B. zählt der Mundkuss (und andere Formen des Kusses) zu den wichtigsten Grußformen des Menschen (Grüßen). Außerdem hat der Mund überaus auffällige Signal- und Auslösewirkung, speziell im sexuellen Bereich. Die Lippen signalisieren durch Form, Farbe und Feuchtigkeit (nicht selten künstlich betont und korrigiert) Angebot oder Wunsch. Zum Lächeln geöffnete Lippen drücken Freundlichkeit aus oder beschwichtigen Aggressionen. Darüber hinaus dienen die Lippen u. a. als Ausdrucksorgane der Sprache. Besonders aber für den individuellen Gesichtsausdruck (Mimik) ist die Haltung der Lippen außerordentlich kennzeichnend. Die Hautfalten und -furchen in der Umgebung des Mundes stehen hierbei in enger Korrelation zur Beweglichkeit der Lippen. Oft genügt allein die Form der Mundspalte mit mehr oder weniger gesenkten oder gehobenen Mundwinkeln, um eine seelische Gestimmtheit deutlich zu charakterisieren.
 
II
Mund,
 
Os, Stoma, der in der Regel durch Muskeln verschließbare und im Allgemeinen durch die Kiefer begrenzte Eingang zum Darmkanal für die Aufnahme der Nahrung bei Tieren und beim Menschen; oft (v. a. bei Wirbeltieren) mit erweitertem, zum Vorderdarm gehörendem (ektodermalem) Hohlraum (Mundhöhle). Je nach der embryonalen Mundentstehung unterscheidet man zwei zoologische Stammgruppen, die Proto- und die Deuterostomier.
 
Die Größe und Ausbildung des Munds sind der jeweiligen Ernährungsweise der Lebewesen angepasst. So macht beim Grönlandwal die Mundspalte fast ein Drittel der Körperlänge aus. Einen besonders kleinen, in die Länge gezogenen Mund (mit wurmförmiger, klebriger Zunge) haben Ameisenigel und Ameisenbär, einen Röhrenmund verschiedener Fische (z. B. Seepferdchen, Seenadeln). Bei manchen Tieren sind die beiden Lippen oder v. a. die Unterlippe zu einem Mundsaugnapf als Haftvorrichtung umgebildet (z. B. bei Neunaugen, Kaulquappen). Häufig sind die Mundränder verhornt (z. B. als Hornschnabel bei Schildkröten, Vögeln).
 
Beim Menschen wird der Mund durch die mit dem Mundschließmuskel (Musculus orbicularis oris) versehenen, die Mundspalte (Mundöffnung, Rima oris) begrenzenden Lippen verschlossen. Zwischen den Lippen und den Kieferwällen mit den beiden Zahnreihen befindet sich der Mundvorhof (Vestibulum oris), dessen seitliche Außenwände die Wangen bilden. In den Mundvorhof mündet die paarige Ohrspeicheldrüse. Der Raum zwischen den Zähnen und der Rachenenge wird als Mundhöhle (Cavum oris) bezeichnet. Sie ist von Schleimhaut ausgekleidet. In sie münden (ebenfalls als Speicheldrüsen) die paarigen Unterkiefer- und Unterzungendrüsen. Ein Teil der Muskeln des Mundhöhlenbodens bildet die Zunge (mit Sitz des Geschmackssinnes). Das Mundhöhlendach stellt der Gaumen dar, der zum Rachen überleitet.
 
Nicht nur durch seine wesentliche Beteiligung am Vorgang des Sprechens steht der Mund des Menschen im Dienst sozialer Kommunikation und Information. Als »Geschmacksgruß« beispielsweise zählt der Mundkuss zu den wichtigsten Grußformen des Menschen. Außerdem hat der Mund überaus auffällige Signal- und Auslösewirkungen, speziell im sexuellen Bereich. Die Lippen signalisieren durch Form, Farbe und Feuchtigkeit (oft künstlich betont und korrigiert) Angebot oder Wunsch. Zum Lächeln verzogene Lippen drücken Freundlichkeit aus oder wirken beruhigend. Darüber hinaus dienen sie u. a. als Ausdrucksorgane der Sprache. Besonders aber für den individuellen Gesichtsausdruck ist die Haltung der Lippen außerordentlich kennzeichnend. Die Hautfalten und -furchen in der Umgebung des Munds stehen hierbei in enger Korrelation zur Beweglichkeit der Lippen.
 
Hier finden Sie in Überblicksartikeln weiterführende Informationen:
 
 
Mundhöhle, Zunge, Gaumen
 

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1Mụnd, der; -[e]s, Münder, selten auch: -e, Münde [mhd. munt, ahd. mund]: 1. a) durch Unter- u. Oberkiefer gebildete, durch die Lippen verschließbare Öffnung im unteren Teil des menschlichen Gesichts, die zur Nahrungsaufnahme u. zur Hervorbringung sprachlicher Laute dient: ein großer, kleiner, schöner, weicher, voller, sinnlicher, hässlicher, schiefer, breiter, zahnloser, eingefallener, blasser, roter, lächelnder, schwellender M.; ein harter, spöttischer, bitterer M.; sein M. verzog sich zu einem spöttischen Lächeln; der M. des Kranken bewegte sich, öffnete sich, zuckte; vor Staunen blieb ihr der M. offen stehen; Ihre geschminkten Münder bewegten sich eilfertig (Rolf Schneider, November 235); sein M. ist für immer verstummt (geh.; er ist gestorben); den M. öffnen, schließen, spitzen, [zu einer Grimasse, vor Schmerz] verziehen, zusammenkneifen, aufmachen, aufreißen; den M. abwischen, [aus]spülen; Gerda Kiffke zieht den M. über ihre kurzen Zähne und bekommt Angst (Ossowski, Flatter 163); er küsste ihren M.; sie hielt ihm den M. zu; er hat sich mit der heißen Suppe den M. verbrannt; stopf dir doch den M. nicht so voll! (ugs.; iss nicht so gierig! ); einige M. voll Kartoffelbrei essen; er küsste sie auf den M.; sie legte den Finger auf den M.; aus dem M. riechen (einen üblen Mundgeruch haben); das höre ich aus deinem M. (von dir) zum ersten Mal; das Kind steckt den Daumen in den M.; Der ätzende Staub drang uns in die Münder (Lentz, Muckefuck 225); mit offenem M. (erstaunt) zuhören; man spricht nicht mit vollem M.; mit leicht geöffnetem, geschlossenem M.; Jetzt lag er mit offenem M. auf dem Rücken (Springer, Was 7); sie hat einen herben Zug um den M.; der Verunglückte wurde von M. zu M. beatmet; der Kranke hatte Schaum vor dem M.; er führte dem Kranken den Löffel zum M.; R du hast wohl deinen M. zu Hause gelassen! (scherzh.; warum bist du hier bei anderen so schweigsam? ); ein stummer M. ist kein Zeuge (ein Toter kann nicht als Zeuge gegen jmdn. auftreten); Ü sie hat vier hungrige Münder zu stopfen (ugs.; vier Kinder zu versorgen); man habe es sich einfach nicht leisten können, zusätzliche Münder noch weiter durchzufüttern (Heym, Schwarzenberg 156); der metallene M. der Glocken; *jmds. M. steht nicht still (ugs.; jmd. hat unaufhörlich etw. zu erzählen); den M. nicht aufbekommen/aufkriegen (ugs.; nicht reden, sich zu etw. nicht äußern können); den Mund [zu] voll nehmen (ugs.; großsprecherisch sein); den M. [nicht] aufmachen/auftun (ugs.; sich zu etw. [nicht] äußern; etwas/nichts sagen); den M. aufreißen/voll nehmen (ugs.; übertreiben u. sich mit etw. wichtig tun); M. und Augen/Nase aufreißen/aufsperren (ugs.; fassungslos erstaunt sein); einen großen M. haben (ugs.; ein Prahler u. vorlaut sein); den M. auf dem rechten Fleck haben (ugs.; schlagfertig sein); den M. halten (ugs.; 1. schweigen [u. dabei etw. unterdrücken, was man sagen wollte]. 2. ein Geheimnis nicht verraten); seinen M. halten (ugs.; nichts von einer Sache verraten); jmdm. den M. öffnen (jmdn. zum Reden bringen); sich <Dativ> den M. fransig/fusselig reden (ugs.; lange [vergeblich] auf jmdn. einreden); jmdm. [mit etw.] den M. stopfen (ugs.; jmdn. durch etw. zum Schweigen bringen); jmdm. den M. verbieten (jmdm. untersagen, seine Meinung zu äußern): Der Mann quengelte so lange über das Wetter, bis ihm Sellmann kurzerhand den M. verbot (Bieler, Mädchenkrieg 130); sich <Dativ> den M. verbrennen (ugs.; sich durch unbedachtes Reden schaden): Solange die Sache nicht über einen längeren Zeitraum geprüft worden ist, werde ich mir nicht den M. verbrennen (Hörzu 14, 1983, 10); jmdm. den M. wässrig machen (ugs.; jmds. Verlangen erregen); sich <Dativ> den M. wischen [können] (landsch.; im Unterschied zu anderen nichts erhalten, leer ausgehen); an jmds. M. hängen (Lippe a); nicht auf den M. gefallen sein (ugs.; schlagfertig sein): so wurde die selbstsichere und keineswegs auf den M. gefallene Studentin auch von jenen umgeben, die um ihre Hand anhielten (Reich-Ranicki, Th. Mann 240); wie auf den M. geschlagen sein (ugs.; verblüfft, verwirrt, betroffen u. deshalb sprachlos sein); aus berufenem -e (aus sicherer Quelle, von kompetenter Seite); etw., jmdn. dauernd im M. führen (etw., jmds. Namen ständig im Gespräch erwähnen, als Wort gebrauchen): Dann einen, der nur noch Lästerreden im -e führt (Strauß, Niemand 200); in aller -e sein (sehr bekannt, populär sein): Er ist der berühmteste unter den Dichtern Kasachstans und heute dort in aller -e (Berger, Augenblick 124); etw. in den M. nehmen (etw. als Wort benutzen); jmdm. etw. in den M. legen (1. jmdn. bestimmte Worte sagen lassen. 2. jmdn. auf eine bestimmte Antwort hinlenken. 3. jmdm. etw. zuschreiben, was er nicht gesagt hat); immer mit dem M. vorneweg sein (ugs.; vorlaut sein); jmdm. nach dem/zum -e reden (jmdm. immer zustimmen, das sagen, was der andere gern hören will): Freundschaftliche ... Zusammenarbeit bedeutet eben gerade nicht, dass der eine dem anderen nach dem M. redet (W. Brandt, Begegnungen 159); jmdm. über den M. fahren (ugs.; jmdm. das Wort abschneiden, jmdm. scharf antworten): der Genosse Reinsiepe ... wagte es, einem Manne wie diesem sowjetischen Major, einem Helden, der vielleicht den ganzen Weg von Stalingrad bis hierher nach Annaberg kämpfend zurückgelegt hatte, über den M. zu fahren (Heym, Schwarzenberg 109); von M. zu M. gehen (durch Weitererzählen verbreitet werden); sich <Dativ> etw. vom/(selten) am Mund[e] absparen (sich etw. unter Opfern, durch persönliche Einschränkung ersparen); ∙ reinen M. halten (ein anvertrautes Geheimnis nicht ausplaudern; eigtl. = den Mund nicht durch Verrat eines Geheimnisses beflecken): Jetzt wisst Ihr genug ... Im Übrigen haltet reinen M. und begegnet ihr unbefangen (C. F. Meyer, Amulett 34); b) (Zool.) Mundöffnung. 2. (Bergmannsspr.) kurz für ↑Mundloch.
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2Mụnd, Munt, die; - [mhd., ahd. munt = (Rechts)schutz, Schirm]: im germanischen Recht Gewalt des Hausherrn über die in der Hausgemeinschaft lebenden, von ihm zu schützenden Personen.

Universal-Lexikon. 2012.

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